Beethovenhalle: Luxussanierung verbrennt städtisches Geld

Veröffentlicht am 08.05.2015 in Kommunalpolitik

Die Koalition aus CDU, Grünen und FDP haben gemeinsam mit den Linken in der Ratssitzung am 07. Mai beschlossen, mit den Planungen für eine 56 Millionen Euro- Sanierung der Beethovenhalle solle begonnen werden. Das heißt noch nicht, dass es bei einer Bausumme von 56 Millionen Euro bleiben wird. Schließlich geht es um ein denkmalgeschütztes Bauwerk. Das kann ein Fass ohne Boden sein. 30 Prozent nach oben oder nach unten sind da üblich.

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn hat sich dafür eingesetzt, dass die Beethovenhalle nicht luxussaniert, sondern lediglich die Betriebssicherheit hergestellt wird. „Das allein liefe nach aktuellen Schätzungen auf eine Bausumme von ca. 31 Millionen Euro hinaus. Diese Sanierung ist dringend notwendig, um Mängel zu beheben und den aktuellen Standards an Brandschutz etc. gerecht zu werden. Auch wenn mit dem Planungsbeschluss noch keine Baumaßnahmen beauftragt wurden, wird Geld verbrannt für die Planungen mit höheren Summen. Denn: Je teurer das Bauwerk, desto mehr kostet die Planung“, berichtet Angelika Esch, stellv. SPD-Fraktionsvorsitzende und im richtigen Leben Diplom-Ingenieurin.

„Angesichts der dramatischen Haushaltslage jedoch müssten wir uns beim Erhalt der Beethovenhalle als Denkmal bemühen, die Kosten so weit zu begrenzen wie irgend möglich. Wir müssen uns mit den Denkmalschützern verständigen, was unabdingbar und was für unser fast leeres Portemonnaie schlichtweg jetzt nicht als Ausgabe vertretbar ist“, betont Dr. Helmut Redeker, Vorsitzender des Kulturausschusses. „Kein Bund, keine Bonner Unternehmen wie für das mögliche Festspielhaus. 56 Millionen Euro städtischen Geldes. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Nur 450.000 Euro davon hätten alle Bibliotheken gerettet, die die Koalition nun gestrichen hat. Das ist ein kulturpolitischer Offenbarungseid von CDU, Grünen und FDP.“

Nicht nur die Kultur hätte für diese Summen Verwendung gehabt. 900.000 Euro für die Krankenhilfe für Flüchtlinge wollte die Koalition zum Beispiel nicht genehmigen. „Die Linken, die – natürlich zu Recht – immer wieder von der Koalition fordern, es müsse endlich in Wohnen investiert werden, weil die Mieten steigen und bezahlbarer Wohnraum für einkommensschwache Familien fehlt, stecken unanständig viel Geld in eine Veranstaltungshalle. Schade, dass da die linke Festspielhausgegnerschaft wichtigeren Investitionen weniger Priorität einräumt“, so Esch. „56 Millionen Euro. Was werden die Unterstützer von Frauenmuseum, Deutsches Museum und Kurfürstenbad denken, wenn sie diese Summe hören?“

 

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