Soziales Engagement muss Sichtachsen weichen

Veröffentlicht am 20.08.2020 in Allgemein

Als zu Beginn des Lockdowns karitative Einrichtungen, wie die Tafel e.V. und die City-Station der Caritas schlossen, eröffnete die Gastronomin Irini Koutziari kurzerhand eine kostenlose Essensausgabe an Obdachlose in einem Foodtruck an der Quantiusstraße.

Statt dieses Engagement städtischerseits zu unterstützen, musste der Foodtruck, der eine Standgenehmigung hatte, weichen. Denn er störte die historische Sichtachse auf die Poppelsdorfer Allee und das Poppelsdorfer Schloss. „Es kann doch nicht sein, dass in dieser Stadt Sichtachsen wichtiger sind als Essen für Bedürftige! Hier werden falsche Prioritäten gesetzt“, empört sich Angelika Esch, Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Sozialausschuss.

„Es ist unglaublich, wie kleinkariert die Stadt doch reagiert, anstatt das soziale Engagement zu würdigen. Immerhin wurde dem Foodtruck nun eine neue Stelle am Kaiserplatz zugewiesen“, so Peter Kox, sozialpolitischer Sprecher der Fraktion. Auch die Eisbahn, die alljährlich im Stadtgarten errichtet wird, muss in diesem Jahr womöglich kleiner ausfallen, weil sie die Sicht auf den Alten Zoll und das Koblenzer Tor verdeckt. „Damit wäre sie deutlich weniger attraktiv für Besucherinnen und Besucher. Gerade in Zeiten von Corona, wo es um Existenzen geht und gleichzeitig um die Einhaltung größtmöglicher Abstände, ist dies das absolut falsche Signal, das hier von der Stadt ausgesendet wird!“, ärgert sich die Fraktionsvorsitzende.

 

OB Wahl 2020

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